Zitat des Tages I „Die gehen mit den Kamelen spazieren, was hat da der Fußball zu tun?“

Es gibt viele gute Gründe, die Fußball-WM nicht in Katar auszutragen. In einem Radio-Interview zum Thema fiel Entwicklungsminister Gerd Müller nun aber in finstere Wüstenvolk-Klischees zurück.

Er [Entwicklungsminister Gerd Müller] stelle sich dabei vor, „dass mehrere Nationen in Zukunft zusammenarbeiten“, um solche Events zu realisieren: „Wir können nicht alle vier Jahre, so wie Russland, mit Milliarden neue Wettkampfstätten in die Natur setzen. In Brasilien wurden zwölf statt acht notwendige Stadien gebaut, zum Teil vollkommen überzogen, mit zehn, zwölf Milliarden Kostenaufwand.“ […]
Doch dann ließ sich Müller, offenbar ebenfalls sommerlich erhitzt, zu einem verbalen Foul hinreißen: Sportlich betrachtet, so der Minister, würde man sich „vollkommen von den Ursprüngen“ des Fußballspiels wegbewegen: „In Katar spielt doch keiner Fußball. Die gehen mit den Kamelen spazieren. Und was hat da der Fußball zu tun?“
Solche mit Ressentiments und Klischees beladenen Aussagen, mögen sie noch so scherzhaft gemeint sein, mögen vielleicht am Stammtisch gut ankommen, entwerten aber in einem Gespräch über durchaus ernsthafte Überlegungen zu Kommerz und Eventkultur sportlicher Großereignisse jedes noch so gute Argument. Zumal ein Entwicklungsminister, auch einer von der CSU, sich schon etwas weltoffener geben darf. Leider ließ die SWR-Interviewerin Müllers Kamel-Zote unkommentiert durchgehen.

Den ganzen Text unter Spiegel.de

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