Budweiser Bill: Nachdem die #FIFA gegen brasilianische Gesetzgebung Alkoholverkauf in Stadien durchgesetzt hat, wundert sie sich nun über Betrunkene

Die Fifa hat ein Alkoholproblem

Nur auf Druck der Fifa wird in den WM-Stadien Bier verkauft. Nun wundert sich der Weltverband über Betrunkene. Das konnte ja wirklich niemand ahnen.

von Christian Spiller

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Foto: Martin Bureau, Getty Images

Wahrscheinlich schauen sie bei der Fifa selbst viel zu oft und zu tief ins Glas. Anders ist das ja kaum noch zu erklären. Er sei beeindruckt, wie viel Alkohol die WM-Besucher während der Spiele trinken, sagte der Fifa-Generalsekretär Jérôme Valcke der brasilianischen Zeitung O Globo. „Viele Leute waren betrunken, was das Level der Gewalt erhöhen kann.“ Die Betrunkenen, ja, die, hätten sich gar nicht gut benommen.
Es ist derselbe Jérôme Valcke, der noch vor zwei Jahren wie ein Kolonialherr sagte, er wolle ja nicht arrogant klingen, aber die Sache mit dem Bier sei natürlich nicht verhandelbar: „Es wird und es muss als Teil eines Gesetzes den Fakt geben, dass wir das Recht haben, Bier zu verkaufen.“ Wir, das ist in diesem Fall die Fifa.
Vor und nach der WM ist das in Brasilien nämlich verboten. Seit 2008 gibt es keinen Alkohol in hiesigen Fußballstadien. Das Verbot war eine Reaktion auf die Fangewalt in dem Land, 42 Tote in zehn Jahren. Auch die WM wollte die brasilianische Regierung ohne Bier veranstalten, zumindest in den Stadien. Es wäre die erste alkoholfreie WM der Fußballgeschichte gewesen.
Doch nicht mit der Fifa. Die Fifa steht über der Vernunft, erst recht über dem Gesetz. Sie ließ die brasilianische Regierung wissen, was sie von der Idee der spritfreien WM hält. Und die gab nach. Der brasilianische Senat stimmte im Mai 2012 der sogenannten „Budweiser Bill“ zu, obwohl die Mehrheit der Bevölkerung dagegen war. Die Gesundheitsministerin übrigens auch […]

Die Fifa tat das für ihren treu ergebenen Sponsor, mit dessen Namen die Auszeichnung zum Spieler des Spiels verschandelt wird. Wenn der Biersponsor bei der WM kein Bier verkaufen kann, macht das auch die Fifa sehr, sehr traurig.
Die Biermarke brüstet sich damit, dass es die Servicekräfte in den Stadien über den verantwortungsvollen Ausschank der Alkoholika belehrt habe. So klagte eine englische Boulevardzeitung, an jeden Engländer dürften nur drei Bier verkauft werden. An jede Engländerin gar nur zwei! Bei einmal anstellen, wohlgemerkt. Das ist wahrlich vorbildlich und verantwortungsbewusst […]

Im Land der größten Schnapsidee der Fußballgeschichte, der WM in Katar 2022, sind die Regeln noch strenger. Der Islam verbietet Alkohol. Doch wenn die Fifa über der Vernunft und dem Gesetz steht, steht sie sicher auch über Allah. Natürlich wird es dort Bier geben. Und Schweinefleisch. Und Diebstahl. Es ist ja schließlich die Fifa.

Den ganzen Artikel bei: Die Zeit

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