Wie schützt man eigentlich eine #WM? Mit Militär und Marine???

Patrouillieren vor der Copacabana – zur WM kreuzt die riesige »NPO Amazonas« vor Rios Traumstränden. Ein Besuch

Von Jirka Grahl, Niteroi

Vanderlei Almeida AfpFoto: Vanderlei Almeida

[…] Die »Amazonas« vor Ipanema ist ein Sinnbild für den irrsinnigen Sicherheitsaufwand, der für eine WM betrieben wird. 21 000 Soldaten hält Brasiliens Armee für den Schutz des Turniers in Bereitschaft, 57 000 Mann sind insgesamt für einen WM-Ernstfall vorbereitet. Der »FIFA World Cup« ist eben nicht mehr nur ein Turnier in einer Mannschaftssportart. Es ist ein Weltereignis, ein perfektes Ziel für Terroranschläge, und es ist eine Ansammlung von Staatspräsidenten aller Herren Länder, ganz besonders bei Eröffnungsspielen oder an solchen Tagen wie dem Sonntag, wenn das Finale ansteht. Lemos findet daran nichts besonderes: »Hier in Rio beispielsweise wohnen die meisten Staatschefs in Hotels direkt am Meer. Wir bewachen die Küste deshalb sehr genau.« So genau, dass die Korvette mit dem Zeichen »P120« zu einem der meistfotografierten Motive der Rio-Besucher geworden ist. Grund genug, sich auf dem Schiff einmal umzusehen.
Kapitän Lemos empfängt die ausländische Presse an der Gangway der »Amazonas«. Die Korvette liegt in ihrem Heimathafen in Niterói, die Millionenstadt, die Rio de Janeiro gegenüber auf der anderen Seite der Guanabará-Bucht liegt. Niterói ist der größte Marinestützpunkt des Landes. 80 000 Mann umfasst die »Marinha do Brasil«, 8500 Kilometer Atlantikküste sind ihr Einsatzgebiet, dazu der riesige Amazonas, 200 Schiffe bilden die Flotte, zu der sogar ein Flugzeugträger zählt: die »São Paulo«, die einst »Foch« hieß, als sie noch von der französischen Marine genutzt wurde […]
Wo kommt die »Amazonas« eigentlich zum Einsatz, wenn nicht gerade WM ist? Lemos kommt ins Erzählen: Meist sei man viel weiter draußen auf dem Meer unterwegs, man schütze die »Zona Econômica Exclusiva«, die Hoheitsgewässer, vor allem aber die brasilianischen Bohrplattformen. »Wenn nämlich ein Fischerboot einer Plattform zu nah kommt, muss die Plattform die Arbeit einstellen, aus Sicherheitsgründen. Was meinen Sie, was das kostet?« Auch beim Confed-Cup 2013 und beim Papstbesuch 2014 war das Schiff schon vor Rio de Janeiro unterwegs. Ob jemals eines der drei Geschütze oder eines der beiden Maschinengewehre zum Einsatz gekommen sei, wird Lemos gefragt. »Glücklichweise noch nicht«, antwortet der Kapitän, »weder während der WM noch jemals davor.«…

alles unter: Neues Deutschland

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Auswirkungen der WM, Brasilien veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s