„Das wird doch noch erlaubt sein!“ über die Konstruktion von Nation und Identität

Debatte Deutsche Identität – Die Rache der Gedemütigten

Nationalfarbene Rückspiegelpräservative – das wird doch noch erlaubt sein. Es geht um Identität. Aber was ist das eigentlich?

von Georg Seesslen, taz

tagesspiegel.de_fahnenklauJetzt regen sich schon wieder irgendwelche intellektuellen und politischen Spielverderber über unseren Spaß an „Schland“ (markenrechtlich geschützt von Raab TV GmbH), Deutschlandfähnchen, nationalfarbene Rückspiegelpräservative und Schwarz-Rot-Gold im Gesicht auf. Das wird doch noch erlaubt sein, das ist Pop, das ist Identität in netter Form.
Offensichtlich braucht und sucht tatsächlich jeder Mensch Identität und findet sie in sehr unterschiedlichen Elementen von Gesellschaft und Kultur, in der Religion, in der Sprache, in der Nation, im Klassenbewusstsein oder im Handwerk. Identität ist nichts anderes als ein Wort für Kontinuität […]
Die Identität im Allgemeinen und die nationale Identität im Besonderen können indes nur noch aus der Negation heraus verstanden und konstruiert werden. National ist nach dem rechten Weltbild (und ein anderes ist hier bald nicht mehr zu haben) nicht, wer sein Land mag und es möglichst menschenfreundlich gestalten will, national ist, wer die Fremden und das Fremde hasst, wer mit Hass, Neid und Missgunst auf die anderen sieht.
Schau sie dir doch an! Die haben nicht nur mehr Kinder, die haben nicht nur Familien, die haben auch eine Identität, eine religiöse, eine politische. Sogar eine Hautfarbe kann so etwas sein, eine Identität. Man kann das einen Identitätsneid nennen. Nationale Identität, als eine besondere Form der fiktiven Identität, kann man nur kriegen, wenn man sie einer anderen nationalen Identität wegnimmt. Deshalb ist das Lieblingswort gegenüber den Verlierern im Fan-Blog: „gedemütigt“. Gleich gefolgt von „vom Platz fegen“. Hooliganismus ist nicht die Ausnahme, er ist die Konsequenz von Identitätskonsumismus…

taz.de

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