Die, die »Wir« sein und nicht sein wollen

Nazis gibt es gratis dazu

Von Markus Drescher

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»Wenn aus 80 Millionen ein Team wird.« Bei dieser Bierwerbung zur Fußball-WM konnte einen das Gefühl beschleichen: Dann ist es Zeit, Angst zu bekommen. Um diejenigen, die beim auch von den DFB-Kommentatoren, -Moderatoren und -Experten (Unterabteilung öffentlich-rechtliche Medien) propagierten »Wir« nicht mitspielen wollen. Oder nicht mitspielen dürfen. Die anderen, die Spaßverderber, die defätistischen Selbstbeschmutzer, die als nicht deutsch genug Angesehenen und alle anderen aus der deutschen Fußballgemeinschaft Ausgeschlossenen.

Nun ist die DFB-Auswahl Weltmeister, und was passiert, wenn zwar nicht 80 Millionen, aber doch ein erheblicher Teil der Gesellschaft sich in Schwarz-Rot-Gold auf die Straße begibt, kann unter mobwatch und schlandunverkrampft beim Kurznachrichtendienst Twitter nachgelesen werden. Vom kollektiven Hitlergruß über Angriffe auf Linke und linke Kneipen bis zu Beleidigungen von vermeintlich Homosexuellen findet sich dort ein Sammelsurium dessen, wovor Kritiker des Fußballnationalismus gewarnt haben. Natürlich haben sich viele am Sonntag auch einfach über den Titelgewinn gefreut. Doch wer unbedingt ein nationales »Wir« haben will, der kriegt eben den Nazi, Rassisten, Menschenfeind gratis mitgeliefert. Und muss ihn behalten.

Neues Deutschland

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