Wahrheitskommission in Brasilien veröffentlicht Abschlussbericht

Von Niklas Franzen, São Paulo, amerika21

cnv_wahrheitskommissionBrasília. Am Mittwoch, dem Tag der Menschenrechte, hat die Nationale Wahrheitskommission den Abschlussbericht ihrer zweijährigen Arbeit in der brasilianischen Hauptstadt Brasília an Präsidentin Dilma Rousseff überreicht. „Brasilien und unsere zukünftige Generation hatten die Wahrheit verdient“, sagte Rousseff, die während ihrer Rede mehrmals in Tränen ausbrach. Die Präsidentin wurde im Jahre 1970 als Oppositionelle gefangen genommen und mehrere Tage gefoltert.

Die staatliche Wahrheitskommission wurde im Jahre 2012 gegründet, um die Verbrechen der Militärdiktatur aufzuarbeiten. In dem 2000-Seiten langen Bericht sind die Namen von 377 Personen genannt, die für schwere Menschenrechtsverletzungen zwischen 1946 und 1988 verantwortlich sind. Neben den fünf Generälen, die Brasilien zur Zeit der Diktatur regierten, sind darunter auch die Namen von Militärs und Polizisten zu finden, die für den Tod, die Folter und willkürliche Verhaftungen von tausenden Brasilianern verantwortlich sind. Diese Praktiken wurden von den Vorsitzenden der Kommission als „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ bezeichnet.

„Während der Militärdiktatur hat sich die Repression und das Verschwindenlassen von Oppositionellen zur Politik des Staates entwickelt. Ausgeführt wurde diese durch die Befehle der Regierung“, heißt es in dem Bericht. Zudem werden dort Schlussfolgerungen und Empfehlungen, wie die Demilitarisierung der Polizei, aufgezählt. Viele erwarten nun neue juristische Möglichkeiten, um die Täter auch fast 30 Jahre nach dem Ende der Diktatur zur Rechenschaft zu ziehen.

bei: amerika 21

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